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Familienrecht - Vormund- und Ergänzungspflegschaften

Familienrecht

Vormund- und Ergänzungspflegschaften

Was Kinder und Jugendliche darüber wissen sollten:

Was ist ein Vormund und was sit eine Ergänzungspfleger?

  • So lange du noch nicht 18 Jahre alt bist, muss es jemanden geben, der die Verantwortung für dich übernimmt und dafür sorgt, dass es dir gut geht.
  • Eigentlich ist das die Aufgabe der Eltern, aber manchmal können oder wollen Eltern diese Aufgaben nicht übernehmen oder können diese nur teilweise ausfüllen.
  • In einem solchen Fall wird von einem Gericht ersatzweise ein anderer Erwachsener damit beauftragt, die volle Verantwortung oder Teile davon für dich zu übernehmen.
  • Diese Person nennt man Vormund oder Ergänzungspfleger.

Was Eltern darüber wissen sollten:

Hilft mir der Vormund bei Konflikten mit dem Heim oder der Pflegefamilie?
Sind Sie nicht damit einverstanden sind, wie Ihr Kind im Heim oder in der Pflegefamilie erzogen oder behandelt wird, dann nehmen Sie mit dem Vormund Kontakt auf und berichten Sie ihm davon. Dieser setzt sich dann mit Ihrem Kind in Verbindung und erkundigt sich, wie es ihm im Heim oder bei der Pflegefamilie geht. Teilt der Vormund Ihre Einschätzung, wird er sich um eine Verbesserung der Situation bemühen. Geht es Ihrem Kind in dem Heim oder der Pflegfamilie nicht gut, so wird der Vormund prüfen, inwieweit es nicht besser ist, Ihr Kind in einer anderen Einrichtung oder bei anderen Pflegeeltern unterzubringen.

Was hat der Vormund bei der Umgangsregelung zu sagen?
Wenn Sie Absprachen über Kontakte zu Ihrem Kind treffen wollen, dann hat der Vormund oftmals mitzu- reden. Er entscheidet über den Aufenthalt Ihres Kindes und damit auch darüber, ob, wo und wann Sie Ihr Kind treffen. Dabei stimmt er sich in der Regel mit Ihnen sowie mit den Betreuern oder der Pflegefamilie und Ihrem Sozialarbeiter im Jugendamt ab. In welchem Umfang Ihr Kind einbezogen wird, hängt von Alter und Entwicklungstand Ihres Kindes ab.

Wo kann ich mich über den Vormund beschweren?
Wenn die Klärung mit dem Vormund bei Konflikten nicht mehr funktioniert, dann können Sie sich an das Vormundschaftsgericht oder bei Amtsvormündern auch an die Vorgesetzten im Jugendamt wenden. Diese müssen sich mit Ihren Beschwerden auseinander setzen.


Das BGB regelt in dem § 1684 den Umgang des Kindes mit den Eltern.

Dort heißt es im Absatz:
(1) Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.

(2) Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Entsprechendes gilt, wenn sich das Kind in der Obhut einer anderen Person befindet.

Damit ist die Umgangspflegschaft, als eine Form der Ergänzungspflegschaft, seit dem 01.09.2009 hinsichtlich des Umgangs zwischen Eltern und Kind spezialgesetzlich geregelt.

Ziel einer Umgangspflegschaft ist es, die Gestaltung eines ordnungsgemäßen und altersgerechten Umgangs zwischen Eltern und Kind herzustellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine solche Regelung zwischen den Eltern strittig ist und ohne Hilfe nicht zustande kommen würde, jedoch ein kontinuierlicher Umgang mit beiden Elternteilen für eine kindgerechte Entwicklung förderlich wäre.

Ansprechpartner

Fachbereichsleitung Familienrecht

Armin Wegner

Schmellwitzer Straße 30
03044 Cottbus

03 55 / 4 88 71 10
03 55 / 4 88 71 12

a.wegner@sin-ev.de